Kinder fühlen sich durch Corona psychisch sehr belastet

Die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat sich während der Corona-Krise verschlechtert. Das zeigt die sogenannte COPSY-Studie (Corona und Psyche) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Erstmals wurden bundesweit Kinder und Eltern zu diesem Thema befragt. Demnach hat die Pandemie „die Lebensqualität und das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen verringert und das Risiko für psychische Auffälligkeiten erhöht. Die meisten Kinder und Jugendlichen fühlen sich belastet, machen sich vermehrt Sorgen, achten weniger auf ihre Gesundheit und beklagen häufiger Streit in der Familie. Bei jedem zweiten Kind hat das Verhältnis zu seinen Freunden durch den mangelnden Kontakt gelitten“, fasst Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer vom UKE, die Leiterin der Studie, zusammen.

71 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen fühlen sich durch die Krise belastet. Zwei Drittel von ihnen geben eine verminderte Lebensqualität und ein geringeres psychisches Wohlbefinden an. „Wir haben mit einer Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens in der Krise gerechnet. Dass sie allerdings so deutlich ausfällt, hat auch uns überrascht“, sagt Ulrike Ravens-Sieberer.

Anzeichen dieser Belastung sind beispielsweise Hyperaktivität, emotionale und Verhaltensprobleme. Auch Gereiztheit (bei 54 Prozent der Kinder) und Einschlafprobleme (44 Prozent) sowie Kopf- und Bauchschmerzen (40 bzw. 31 Prozent) treten vermehrt auf. Für zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen sind die Schule und das Lernen anstrengender als vor Corona. Sie haben Probleme, den schulischen Alltag zu bewältigen und empfinden diesen teilweise als extrem belastend. Auch in den Familien hat sich die Stimmung verschlechtert: 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 37 Prozent der Eltern berichten, dass sie sich häufiger streiten als vor der Corona-Krise.

Bestimmte Gruppen sind besonders betroffen wie Kinder, deren Eltern einen niedrigen Bildungsabschluss beziehungsweise einen Migrationshintergrund haben. Fehlende finanzielle Ressourcen und ein beengter Wohnraum führen oft zu einem hohen Risiko für psychische Auffälligkeiten. Ulrike Ravens-Sieberer fordert daher: „Wir brauchen dringend Konzepte, wie wir die Familien in belasteten Phasen besser unterstützen können. Wir wissen, wenn die Eltern belastet sind, sind es auch die Kinder. Und wenn verschiedene Belastungen zusammenkommen, nimmt das Risiko für psychische Auffälligkeiten zu.“

Weitere Informationen: www.uke.de/copsy

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Impressionen zum Leben in Zeiten der Corona-Pandemie: Foto: tünews INTERNATIONAL; Mostafa Elyasian, 16.07.2020

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