Tübinger Firma arbeitet an Impfstoff gegen das Virus

Die Tübinger Biotechnologie-Firma Curevac arbeitet fieberhaft an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus. Thorsten Schüller, der Pressesprecher von Curevac, sagte gegenüber tünews INTERNATONAL, dass im Juni 2020 zwei Impfstoffe an ersten etwa 100 Personen getestet werden sollen. Sollte diese erste klinische Studie gute Ergebnisse zeigen, würde sich eine zweite Studie mit mehreren Tausend Personen anschließen. Vor der Zulassung des Impfstoffs folgt dann noch eine dritte Phase mit noch mehr Teilnehmern. „Normalerweise dauert so ein Prozess mehrere Jahre“, so Schüller, „aber wegen der Dringlichkeit durch die Pandemie rechnen wir mit einer deutlich verkürzten Dauer.“ Wie der Chef des Robert-Koch-Instituts hält er das Frühjahr 2021 für realistisch. Dann könnten in Tübingen jährlich mehrere Hundertmillionen Portionen produziert werden. In einem Erweiterungsbau, der gerade entsteht, könnte die Produktion auf mehrere Milliarden erhöht werden.

Neben Curevac versuchen mehrere Firmen weltweit, mit ähnlichen Methoden Impfstoffe zu entwickeln. „Wir sehen uns aber nicht im Wettlauf mit diesen Konkurrenten, sondern im Wettlauf mit der Zeit. Es kommt darauf an, einen sicheren und wirksamen Wirkstoff zu finden, der Menschen immunisiert und nicht krankmacht“, erläuterte Schüller.

Die Methode, die Curevac anwendet, ist sehr innovativ: „Mit unserer Technologie leiten wir den menschlichen Körper an, seinen eigenen Impfstoff zu produzieren. Dazu nutzen wir den natürlichen körpereigenen Botenstoff mRNA, der von uns mit der Information über das Coronavirus programmiert und in die menschlichen Zellen injiziert wird. Der Körper erkennt das von unseren Zellen produzierte Protein als etwas Fremdes und aktiviert dagegen Antikörper. Auf diese Weise ahmen wir die natürliche Virusinfektion nach und aktivieren den körpereigenen Abwehrmechanismus.“ Für diesen Prozess wird, wenn alles klappen sollte, nur 1 Mikrogramm, also ein millionstel Gramm an Impfstoff pro Person benötigt.

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Impressionen zum Leben in Zeiten der Corona-Pandemie: Foto: tünews INTERNATIONAL; Mostafa Elyasian, 22.3.2020

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