Ein Stück Iran und Afghanistan in Tübingen

Pflanzen

Ein Stück Iran und Afghanistan in Tübingen

Von Mohammad Nazir Momand

 

Ein Redaktionsteam von tünews INTERNATIONAL hat im vergangenen Sommer den Botanischen Garten der Universität Tübingen besucht und ein Interview mit Michael Mauser geführt, dem für die Gebirgspflanzen aus aller Welt zuständigen Gärtner. Es ging dabei um wilde Pflanzen, die aus Ländern wie Syrien, Iran, der Türkei oder Afghanistan nach Deutschland gebracht wurden und im Garten kultiviert werden. „Wir bringen Pflanzen wie diese aus anderen Ländern nach Deutschland, um sie zu erforschen und um sie den Studierenden in der Lehre zu zeigen. Aber auch, um die breite Öffentlichkeit mit der Vielfalt der Pflanzenwelt vertraut zu machen“, erklärt Mauser.

Damit sich diese Pflanzen vermehren und auf Dauer im Botanischen Garten bestehen können, musste man sie an das ganz andere Klima und an die Umweltbedingungen in Tübingen gewöhnen. Diese Arten von Pflanzen sind nur in Gebirgsregionen anzutreffen, in einem viel raueren und trockeneren Klima als in Tübingen. Sie werden daher in einem mit Glas gedeckten, aber offenen Gewächshaus gegen zu hohe Sonneneinstrahlung und Niederschläge geschützt.

Aus dem Iran gibt es 35 Arten von Pflanzen im Gewächshaus, viele davon wurden im Jahr 2016 von einem Forschungsteam des Tübinger Gartens, zu dem auch Michael Mauser gehörte, nach Deutschland gebracht. Die meisten davon stammen aus der Bergregion im Norden des Iran. Begeistert erzählt Mauser von dieser Expedition und tauscht sich mit unserem Fotografen Mostafa Elyasian aus, der selbst aus dem Iran stammt und in diesen Bergen schon war. Zwei seltene Pflanzenarten aus Afghanistan wurden 1976 von einem englischen Forschungsteam aus der Provinz Sarpol in Afghanistan nach England gebracht. Von dort wurden Ableger in Zusammenarbeit mit dem Tübinger Garten nach Deutschland gebracht. Dir Tübinger Botaniker sind aber interessiert daran, selbst auch einmal aus Afghanistan noch mehr Pflanzen nach Deutschland zu holen, wenn sich die Sicherheitslage dort wieder verbessern sollte.

Insgesamt befinden sich im Alpinum, dem Gebirgsgarten im Botanischen Garten, Pflanzen aus über 70 verschiedenen Ländern der Welt. Im Frühsommer 2020 werden sie wieder blühen. Und dann werden Geflüchtete aus vielen Ländern, nicht nur aus Zentralasien, dort Gebirgspflanzen aus ihrer Heimat entdecken können.

 

 

 

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