Sozialforum Tübingen

Selbsthilfe

Sozialforum Tübingen

Von Feras Trayfi

 

Was sind Selbsthilfegruppen? Und gibt es so etwas auch für Geflüchtete und Migranten? Mit diesen und weiteren Fragen waren unsere Redakteure Aliaa Abd Khalaf, Feras Trayfi und Mostafa Elyasian zu Gast beim Sozialforum in Tübingen. Barbara Herzog, Selbsthilfeberaterin und Diplompsychologin beim Sozialforum, stand dazu Rede und Antwort.

Mit welchen Problemen kommen die Menschen zu ihnen?

In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen mit den gleichen Problemen und Krankheiten. Sie tauschen Erfahrungen und Informationen aus und geben sich gegenseitig Unterstützung. Wenn man an diesen Gruppen teilnehmen möchte, muss man sich an einige wichtige Regeln halten. Es gibt bestimmte Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Die wichtigste dabei ist die Vertraulichkeit. Es gibt außerdem noch Regeln für Gruppengespräche: Es kann immer nur eine Person sprechen; man soll über sich selbst sprechen; lieber mit jemandem sprechen als über jemanden sprechen; nicht urteilen, nicht versuchen alles besser zu machen. Am häufigsten kommen Menschen mit Problemen wie Herzerkrankungen, Krebs, Alkoholismus, Depressionen oder psychischen Erkrankungen in Selbsthilfegruppen. Es gibt jedoch noch viele weitere Themen bis hin zum gemeinsamen Schach spielen. Die meisten Selbsthilfegruppen sind offen für Menschen ab 18 Jahren.

In welchen Sprachen werden die Angebote durchgeführt?

Die Angebote werden in neun verschiedenen Sprachen angeboten, diese sind Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch, Türkisch, Italienisch, Griechisch, Russisch. Es werden noch weitere Sprachen hinzukommen.

Gibt es dennoch Grenzen in den Selbsthilfegruppen?

Das Sozialforum setzt keine Grenzen. Es verhalt sich neutral und ist keiner politischen Partei oder religiösen Gruppe verbunden. Es setzt sich darüber hinaus natürlich intensiv für die Menschenrechte ein.

Ist das Sozialforum den Menschen bekannt?

Das Sozialforum setzt sich für alle Menschen ein, dennoch ist sein Bekanntheitsgrad eher gering. Doch das Ziel ist es natürlich, durch wichtige Projekte und die Berichterstattung darüber weit bekannter zu werden.

Bieten das Sozialforum außer den Selbsthilfegruppen auch noch weitere zusätzliche Angebote an?

Das Sozialforum Tübingen fördert Selbsthilfe und bürgerliches Engagement im Sozial- und Gesundheitsbereich. Zudem vertritt es Selbsthilfegruppen oder Vereine des Sozial- und Gesundheitsbereichs auch gegenüber Dritten. Es setzt sich außerdem für Barrierefreiheit sowie für eine gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ein, insbesondere für Menschen mit Behinderungen. Die Kontaktstelle für Selbsthilfe bietet unterschiedliche Angebote für die Bürgerinnen und Bürger an.

Im Frühjahr dieses Jahres gab es ein weiteres Treffen der neuen Projektgruppe „Migration trifft Selbsthilfe“ des Sozialforums Tübingen. Es waren Vertreter verschiedener Gruppierungen und Vereine anwesend, mit dabei war auch tünews INTERNATIONAL. Es wurde intensiv über das neue Projekt diskutiert und nach Kooperationsmöglichkeiten Ausschau gehalten. Diese neue Gruppe soll hauptsächlich für geflüchtete Menschen da sein. Für diese Projektgruppe gibt es nun zunächst einmal einen regelmäßigen Termin: jeder zweite Donnerstag im Monat immer um 19 Uhr im Sozialforum Tübingen.

Für weitere Informationen: www.sozialforum-tuebingen.de oder herzog@sozialforum-tuebingen.de

Die Sprechstunden von Frau Herzog sind: Montag und Dienstag 9 bis 12 Uhr, Donnerstag 17 bis 19 Uhr.

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